SZ 13.9.2006, Red. SLS


Der Meister der heiligen Blumenpracht

von sz-mitarbeiterin heike theobald

Benedikt XVI. ist in Bayern zu Besuch und tausende Katholiken jubeln ihm zu. Mitten im Geschehen ist Floristenmeister Franz-Josef Wein aus Lisdorf. Er verschönert mit Blumen auch die privaten Räume des Papstes.

Regensburg. Papst Benedikt XVI. ist in Regensburg. Und etliche tausend Menschen jubeln dem Pontifex entgegen, besuchen seinen Gottesdienst, hoffen, ihm besonders nah zu kommen. Einer steht mitten im Geschehen und darf eine besondere Aufgabe übernehmen. Franz-Josef Wein aus Lisdorf ist Floristenmeister, pflegt seit Jahren enge Kontakte nach Regensburg und in die Diözese. Dadurch bekam der 45-Jährige den Auftrag, die Alte Kapelle und die privaten Räume des Papstes mit Blumen zu schmücken.

"Allerdings wäre das ohne meine Familie im Background und meinen Neffen Christian Hirtz alles nicht zu schaffen gewesen", sagt Wein. Seit Montag ist er in Regensburg. Er darf im Bischofshof übernachten, was er immer tut, wenn er in der Domstadt ist. Aber dieses Mal ist es etwas anderes: "Ich gehöre zu den wenigen weltlichen Gästen, die neben Kardinälen, Prälaten und Bischöfen hier wohnen, das ist ganz schön aufregend für mich". Nicht nur aufregend, sondern eine "ganz besondere Ehre", ist es für den 45-Jährigen, die Alte Kapelle zu schmücken. Dort wird Benedikt XVI. heute eine Messe zelebrieren. Die Alte Kapelle ist eine Marienkirche. Und darauf wird Franz-Josef Wein unter anderem sein Augenmerk richten. Blumen sind für ihn nicht gleich Blumen, die Auswahl der Flora hat einen bestimmten Grund. "Alle Altäre werden mit weißen Lilien einen Schmuck erhalten", erklärt der Floristenmeister und fügt hinzu: "Lilien werden auch Madonnenblumen genannt." Den Altar gestaltet er mit Weizen und Weintrauben, um den liturgischen Aspekt des Altars als Ort der Wandlung zu unterstreichen. "Alle sonstigen Blumen werden in Gefäßen aus Olivengehölz gestaltet", erklärt Franz-Josef Wein. Der Olivenzweig steht in Verbindung zum Alten Testament und dabei zu Noah. Eine Taube kehrt zurück auf die Arche mit einem Olivenzweig im Schnabel, das Zeichen des Friedens.

Der Blumenschmuck für die privaten Wohnräume des Papstes haben ebenfalls seinen Grund. Wein ist mit der Auswahl auf die Heimat Benedikts eingegangen, speziell auf Bayern. Blumen wie Enzian, Bergdisteln und alles was die Herbstflora derzeit hergibt, verarbeitet der Lisdorfer zu schönen Blumenarragements.

Ob Wein den Papst persönlich gegenüber stehen darf, weiß er noch nicht. Ein Kreis aus 250 geladenen Gästen ist dabei, wenn Benedikt XVI. heute die Messe zur Orgelweihe zelebriert. Franz-Josef Wein gehört zu diesem Kreis der Auserwählten. Anschließend wird es einen Empfang geben. Einzelheiten werden ihm jedoch aus Sicherheitsgründen unmittelbar zuvor erst mitgeteilt.