Wenn der Donnervogel rollt und die Fans singen
aus der SZ vom 1. Juni 2004

Lisdorfer feiern seit fast 30 Jahren ihr Fest

Seifenkistenrennen und als Novum Karaoke: Zwei Tage lang war der Platz zwischen Professor-Ecker Schule und Hans-Welsch Halle zum Treffpunkt für Plausch, Begegnungen und Unterhaltung geworden.

Lisdorf. Der Donnervogel wird seinem Namen gerecht. Lärmend rollt die ausgefallene Konstruktion auf eisernen Rädern eine Rampe hinab, geht mit Schwung auf die Strecke, doch dann bleibt sie nach wenigen Metern stehen. Ganz anders ein schlankes Gefährt aus Sperrholz und den Rädern eines Kinderwagens. Immer wieder schafft es dieser Eigenbau am Sonntag über 70 Meter weit. Kein Wunder, dass er beim Seifenkistenrennen auf dem Lisdorfer Volksfest für die Jugend zu einem der beliebtesten Modelle wird.
"Den hat jemand schon vor 20 Jahren gebaut", weiß Heiner Groß, Vorsitzender des Lisdorfer Heimatkundevereins. "Und damals wurde das sogar noch in einem Windkanal getestet." Vor kurzem sei der Flitzer in einer Scheune wiederentdeckt worden. Flott gemacht stand er dann für das Seifenkistenrennen bereit, bei dem Kinder und Jugendliche um jeden Meter kämpften. Währenddessen ging ringsum das Lisdorfer Volksfest weiter. Denn zwei Tage lang war der Platz zwischen Professor-Ecker Schule und Hans-Welsch Halle zum Treffpunkt für Plausch, Begegnungen und Unterhaltung geworden.
"Ich werde jetzt die Messe halten, und dann die Leute einladen", hatte Kaplan Roberto Alda am Vortag versprochen. Zu dem Zeitpunkt hatte er als Schirmherr gerade den Fassanstich hinter sich gebracht. "Es ist nicht ganz einfach, so kurz nach dem Grünen Tag wieder ein Fest zu veranstalten", sagte Herbert Germann der SZ. Aber seit ungefähr 30 Jahren gebe es dieses Volksfest schon, und das wolle man auch weiter fortführen. Im Rahmen der Saarlouiser Woche sei es zudem eines der wenigen Stadtteilfeste, das bis heute Bestand habe. Bei seiner Durchführung wechseln sich Vereine des Ortes ab, was auch immer wieder zu neuen Akzenten führt. So war in diesem Jahr erstmals Karaoke angesagt. Am Samstag war Germann noch nicht sicher, ob dieser Programmpunkt angenommen werde. Am Sonntag stand ihm die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. "Wir mussten um drei Uhr gestern Nacht einfach Schluss machen. Die wollten nicht mehr aufhören. Weils's so gut war, machen wir das heute Abend nochmal."
Nicht nur von der Sonne verwöhnt wurden die Besucher des Lisdorfer Volksfestes am Wochenende, sondern auch von den kulinarischen Angeboten der Vereine. Musikalisch unterhielten der Jugend- und Minichor des MGV Lisdorf sowie der Orchesterverein Lisdorf und die Spielvereinigung Lisdorf-Bous. Tänzerischen Schwung brachte die Garde der LiGeKa. az

"Weil's so gut war, machen wir das heute nochmal."
Herbert Germann zum ersten Karaoke-Abend in Lisdorf